Koenigshofer Bekam keine Begruendung
 

Königshofer: "Bekam keine Begründung"

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  • 20.10.2011 | 16:22 | (sport10)

    Goalie Lukas Königshofer ist unzufrieden bei Rapid. Statt mehr Einsatzzeiten wurde ihm Jan Novota vor die Nase gesetzt. Wie es ihm in seiner derzeitigen Situation geht und warum er sauer ist.

    Groß waren die Hoffnungen, dass er in dieser Saison mehr Einsatzzeiten bekommt. Eigentlich war es ihm auch vom Verein zugesichert worden, doch bislang hat Goalie-Talent Lukas Königshofer (22) noch kein einziges Spiel für Rapid gemacht.

    Statt Nummer zwei ist er nur noch dritter Tormann, denn im Sommer wurde auch noch Jan Novota verpflichtet. Der hat sich jetzt aber verletzt. Was für Novota tragisch ist, ist für Königshofer Glück, denn nun ist der 22-jährige wieder näher am Kader dran. "Wirklich viel Spielzeit rechne ich mir jetzt aber nicht aus", sagt er im Interview mit sport10.at.

    Außerdem spricht er über fehlende Begründungen, andere Versprechungen, das Verhältnis zu Chef-Coach Peter Schöttel sowie zu seinem Tormann-Trainer Raimund Hedl, einen Wechsel nach Ried, den Rapid verhinderte, und das Motivationsproblem.

    sport10.at: Lukas, wie geht es dir mit deiner aktuellen Situation?

    Lukas Königshofer
    : Jetzt besser, weil sich Jan Novota - so tragisch es für ihn ist - verletzt hat und ich durch sein Pech wieder näher an der Mannschaft dran bin. Grundsätzlich bin ich mit meiner Situation natürlich ganz und gar nicht zufrieden.

    Rückblickend: Wie groß war deine Enttäuschung, als dir im vergangenen Sommer Jan Novota vor die Nase gesetzt wurde?

    Das war natürlich ganz und gar nicht lustig, weil ich von etwas Anderem ausgegangen bin. Vor der Sommerpause, unter dem alten Trainergespann, hat es anders ausgesehen. Doch dann kam das Trainingslager, wo mir mitgeteilt wurde, dass noch ein Tormann verpflichtet wird.

    Vor der Sommerpause wurde mir gesagt, dass ich die Nummer zwei sein werde, falls mit meinem operierten Knie alles passt.


    Was war vor der Sommerpause? Hat man dir sozusagen versprochen, dass du die Nummer zwei bist?

    Vor der Sommerpause wurde mir gesagt, dass ich die Nummer zwei sein werde, falls mit meinem operierten Knie alles passt. Ich bin nach meinem Kreuzbandriss im Winter schon in vier anstatt der prognostizierten sechs Monate wieder fit geworden. Daher habe ich mir natürlich gute Chancen ausgerechnet. Die Begründungen, warum dann plötzlich doch nicht, waren für mich unverständlich und nicht nachvollziehbar.

    Welche waren das?

    Ich hätte zu wenig Spielpraxis nach meinem Kreuzbandriss und so weiter. Das war einfach lächerlich. Danach hat mir Rapid mitgeteilt, sie würden mir keine Steine in den Weg legen und ich könnte den Verein verlassen. Nur da war es schon zu spät. Alle Vereine hatten Tormänner. Mir blieb nichts anderes übrig, als zu bleiben.

    Im Sommer davor (2010) hattest du ein Angebot von der SV Ried. Sie hätten dich gerne gehabt, dann wurde es Wolfgang Hesl, der sich in Ried in einen Namen machen durfte.

    Ja, das war Pech für mich. Eigentlich war schon alles klar, doch dann hat Rapid sein Veto eingelegt. Der Wechsel wurde mir untersagt, weil es geheißen hat, dass ich hier meine Chance bekomme.

    Wie ist dein Verhältnis zu Peter Schöttel und auch Raimund Hedl?

    Das ist auf der menschlichen Ebene sehr gut. Ich habe mit beiden kein Problem.

    Du hast zu Beginn des Gesprächs gesagt, die Verletzung von Jan Novota kommt dir entgegen.

    Ja, ich bin nun näher an der Mannschaft dran und wohl endlich auch einmal wieder im Kader. Es ist schon zermürbend, wenn du jedes Mal vor dem Wochenende die Liste mit den Spielern vorgelesen bekommst, die im Kader sind und man selbst nicht dabei ist. Das ist ein saublödes Gefühl. Nichtsdestotrotz wünsche ich Novota alles Gute.

    Es ist schon zermürbend, wenn du jedes Mal vor dem Wochenende die Liste mit den Spielern vorgelesen bekommst, die im Kader sind und man selbst nicht dabei ist.

    Wie schwer ist es in deiner Situation, den Kopf nicht hängen zu lassen?

    Sehr schwer. Ich probiere es, aber man ist sicher mit viel mehr Spaß bei der Sache, wenn man weiß, dass man einmal spielen kann. Das ist ganz klar.

    Nach dem Wiener Derby am kommenden Wochenende geht es im Cup gegen die SV Ried. Rechnest du dir Chancen aus, dort zu spielen?

    Ich würde mich freuen, wenn es denn klappen würde, aber ich gehe nicht davon aus. Ich bereite mich natürlich darauf vor, aber die Chancen, dass ich wirklich zum Einsatz komme, sind eher gering.

    Ich bereite mich natürlich darauf vor, aber die Chancen, dass ich wirklich zum Einsatz komme, sind eher gering.

    Wie schaut deine Zukunft aus?

    Ich mache mir meine Gedanken. Mein Vertrag läuft im Sommer aus. Wenn es so bleibt wie jetzt, werde ich ganz sicher nicht verlängern.

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