Qualitaet Rapid ueberrascht
 

"Bin von der Qualität bei Rapid überrascht"

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  • 13.02.2013 | 08:22 | (sport10)

    Rapid-Rückkehrer Branko Boskovic bei sport10.at über seine Zeit in den USA, David Beckham, er Rapid mit Barcelona vergleicht und seine Rolle bei den Grünweißen.

    Branko Boskovic ist wieder da. Zweieinhalb Jahre nach seinem Abschied im Sommer 2010 kehrt er von den D.C. United zum SK Rapid zurück. Bei den Grünweißen soll er die Lücke schließen, die er selbst hinterlassen hat. Zudem ist er neben Steffen Hofmann ein weiterer routinierter Spieler, der die jungen Spieler führen soll.

    sport10.at und die SportWoche trafen den 32-Jährigen vor dem Saisonstart zum Interview und sprachen mit ihm über seine Erfahrungen in den USA, warum der American Way of Life nicht unbedingt seiner ist, er von David Beckham schwärmt, überrascht ist, dass Rapid so viel Qualität im Kader hat und der SCR es wie Barcelona machen kann.


    Branko Boksovic im Interview mit Toni Huemer und Stefan Weger.

    Branko, was hat sich bei Rapid verändert?

    Branko Boskovic: Wir haben ein neues Trainingszentrum. Früher waren wir im Hanappi-Stadion und jetzt sind wir hier im Prater beim Happel-Stadion. Es ist jetzt alles moderner und wir haben viel mehr Platz. Außerdem hat sich das Team stark verändert. Wir haben jetzt eine viel jüngere Mannschaft, sehr viel Qualität im Kader.

    Wie hat sich der Transfer zu Rapid abgespielt?

    Der Kontakt zu Rapid ist eigentlich nie abgerissen. Ich habe hier sehr viele Freunde. Der Transfer ist dann spontan passiert. Das war nicht geplant. Ich wollte aber wieder nach Europa zurück, weil mein Sohn in Montenegro mit der Schule beginnt. Das Leben in den USA unterscheidet sich doch stark mit jenem in Europa.

    Für dich oder für deine Familie?

    Nach zwei Jahren gingen mir sehr viele Dinge ab. D.C. United ist ein super Klub, die Leute dort waren immer sehr nett und aufgeschlossen. Mir fehlte es eigentlich an nichts. Ich fühle mich in Europa einfacher wohler, hier habe ich meine Familie und meine Freunde. Wenn man in Europa einen Kaffee trinken will, braucht man nur Leute anrufen und schon setzt man sich in ein nettes Kaffeehaus.

    In den USA ist man ständig in Bewegung. Da trinkt man Kaffee beim Spazieren gehen. Es ist einfach nicht gemütlich, alles wird als Business gesehen.

    Das gibt es in den USA nicht?

    In den USA ist man ständig in Bewegung. Da trinkt man Kaffee beim Spazieren gehen. Es ist einfach nicht gemütlich, alles wird als Business gesehen. Nach zwei Jahren wollte ich das einfach nicht mehr. Für mich und auch für meine Familie nicht. Wie gesagt mein Sohn kommt heuer in die Schule und da ist es wichtig für ihn, in einem Umfeld aufzuwachsen und nicht ständig umziehen zu müssen.

    Und warum Wien?

    Ich hatte hier eine sehr schöne und erfolgreiche Zeit. Rapid ist der Klub neben Roter Stern Belgrad, bei dem ich mich heimisch fühle. An Rapid hängt mein Herz. Hier habe ich die Meisterschaft und sehr gute Freunde gewonnen. Ich hatte auch in den USA immer Kontakt zu Leuten in Wien.

    Mit wem?

    Salihi, Jelavic, mit Leuten aus dem Klub und mit Fans vom Verein. Vor einem Jahr wollten mich Rapid-Fans in Washington besuchen, doch leider hatte ich damals keine Zeit, sie zu treffen.

    Steffen Hofmann war sehr erleichtert, dass du zu Rapid zurückgekehrt bist. Was macht euer Zusammenspiel aus?

    Wir hatten sehr viele gute Spiele gemeinsam. Ich habe es immer genossen, neben ihm spielen zu dürfen. Er ist ein super Spieler, eine Rapid-Legende. Steffen weiß, wie man Fußball spielt. Wenn man so einen Spieler neben sich hat, ist es leichter seine Leistung zu bringen. Er ist aber nicht nur auf dem Platz eine außergewöhnliche Persönlichkeit, sondern auch abseits des Rasens.

    Ich habe es immer genossen, neben ihm spielen zu dürfen. Er ist ein super Spieler, eine Rapid-Legende. Steffen weiß, wie man Fußball spielt.

    Wie war dein Empfang bei Rapid? Haben sich die Spieler, die du bereits kanntest, etwas Spezielles einfallen lassen?

    Ich war sehr glücklich, als ich auf Facebook gesehen habe, dass mich unser Tormann Lukas Königshofer mit den Worten "Willkommen zurück" empfangen hat. Aber auch in Portugal, in unserem Trainingslager, haben mich unsere Fans begrüßt. Das sind Dinge, die man sich nicht kaufen kann. Das macht mich unglaublich glücklich, dass sie mich anscheinend nicht vergessen haben.

    Warum wolltest du die Nummer 10 nicht? Es wurde geschrieben, du hast sie deswegen nicht genommen, weil du daran schlechte Erinnerungen hättest.

    Nein, das ist nicht der Grund. Ich hatte die Zehn in Paris. Aber die Nummer zehn war nie meine Nummer. Als ich zuletzt bei Rapid war, habe ich die Nummer 27 genommen, weil ich 27 Jahre alt war, als ich hierher kam. Jetzt habe ich die 32, weil ich 32 bin. Außerdem kann ich die Zehn nicht nehmen. Das ist eine Nummer für Spieler wie Dejan Savicevic. Für mich hat die Rückennummer aber ohnehin keine Bedeutung.

    Du hast bereits kurz Hamdi Salihi angesprochen. Ihr seid richtig gute Freunde.

    Ich war sehr glücklich, als er auch bei D.C. United unterschrieben hat. Ich hatte dort keine Leute, die ich kannte und dann wollten sie ihn unbedingt verpflichten. Kurz bevor sie ihn dann geholt haben, wurde ich nach ihm gefragt. Ich sagte ihnen, dass er ein hervorragender Spieler ist. Ich war wirklich sehr glücklich darüber, als er dann unterschrieben hat. Wir haben uns bei Rapid wirklich sehr gut verstanden und es war dann viel einfacher für mich in den USA. Wir waren Zimmerkollegen.

    Das Rapid-Zimmer bei D.C.

    Ich muss sagen, die österreichische Liga war dann in den USA mehr Thema. Die Leute haben gewusst, was das für eine Liga ist und sie haben die Bundesliga respektiert.

    In Europa haben viele die Einstellung, dass die MLS eine Liga ist, in der man seine Karriere maximal ausklingen lassen kann. Das stimmt nicht. Die Liga ist hart und professionell.

    Was hast du in der MLS gelernt?

    Es ist eine sehr professionelle Liga. In Europa haben viele die Einstellung, dass die MLS eine Liga ist, in der man seine Karriere maximal ausklingen lassen kann. Das stimmt nicht. Die Liga ist hart und professionell. In einigen Jahren wird diese Liga wirklich gut sein. Die Teams haben das Geld, Sponsoren interessieren sich dafür, das Land ist groß und die Stadien sind sehr modern. Außerdem kommen immer mehr Leute ins Stadion.

    >>>Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Fußball noch kein Sport für die Amerikaner ist, wie er David Beckham erlebt hat und was er von dem neuen Weg von Rapid hält.<<<

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