Nacer viel Geld verzichtet
 
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"Nacer hat auf viel Geld verzichtet"

Die Tinte ist trocken, der Deal ist fix: Nacer Barazite ist Austrianer. Doch wie kam das Comeback zustande? sport10.at fragte bei den Entscheidunsträgern nach.

31.01.2013 | 10:11 | (sport10)

Am Mittwochnachmittag betrat Nacer Barazite wieder österreichischen Boden. Spätestens ab diesem Moment konnte er der Austria nicht mehr abhandenkommen. Zahlreiche Begrüßungen von Verantwortlichen, Spielern und Trainern später wurde am Abend bei der Austria die letzte Unterschrift unter die so wichtigen Verträge gesetzt. Der Spießrutenlauf war somit beendet. Für die Veilchen war es ein hartes Stück Arbeit, um ans Ziel zu kommen. sport10.at geht den großen Fragen rund um den Transferkracher nach und sprach mit den Entscheidungsträgern.

Wann wurde Barazite ein Thema?

"Nacer ist in Monaco immer unzufriedener geworden, er hat dann bei uns nachgefragt, ob es eine Option wäre, dass er zurückkommt. Wir haben die Überlegungen dann intensiviert. Thomas Parits, Peter Stöger und ich waren uns einig, dass wir so einen Spieler, wenn er verfügbar ist, holen müssen", erklärt Finanzvorstand Markus Kraetschmer. "Ich war seit drei Wochen an dem Deal dran", sagt Sportvorstand Thomas Parits. Ab diesem Zeitpunkt konnte das Hin und Her beginnen.

Wo lagen die Schwierigkeiten?

So richtig vom Radar wollte Barazite in den letzten Wochen nie wirklich verschwinden. Auf eine Vollzugsmeldung wartete man jedoch lange vergeblich. Parits: "Es war eine langwierige Geschichte. Es war nicht einfach, da es sehr viele Punkte gab, die wir lösen mussten. Dabei ging es nicht nur um seinen neuen Vertrag. Am späten Dienstagabend haben wir uns endgültig geeinigt. Es ging lange Zeit wie beim Tischtennis hin und her."

Am späten Dienstagabend haben wir uns endgültig geeinigt. Es ging lange Zeit wie beim Tischtennis hin und her.

Kraetschmer führt aus: "Wir hatten uns im Prinzip schon Ende letzter Woche geeinigt, aber die Schwierigkeit lag im Detail. Vor allem was die Kaufoption betrifft. Das mussten wir ja nicht nur mit dem Spieler, sondern auch mit Monaco und seinem Management abklären. Die zweite Schwierigkeit war die Vertragsunterbrechung. Man darf ja nicht vergessen, dass der Steuersatz in Monaco sehr Spielerfreundlich ist. Jetzt kommt Nacer zu anderen Bedingungen." Noch am Dienstagabend, bevor die endgültige Einigung erzielt werden konnte, dachte Parits noch, dass der Deal scheitern könnte.

Wie sieht die finanzielle Situation aus?

Klar ist, Barazite kann man bei seinem zweiten Engagement in Violett wohl nicht mehr als Schnäppchen bezeichnen. Aber: "Dadurch, dass wir Roland Linz verloren haben, hatten wir einen ordentlichen Spielraum", sagt Parits. Zudem kam Barazite seinem neuen, alten Arbeitgeber entgegen, wie Parits verrät: "Er hat auf sehr viel Geld verzichtet. Daran sieht man auch, selbst wenn man in Monte Carlo lebt und viel Geld verdient: Wenn man nicht spielt, tut es jedem Fußballer weh. Dass er jetzt diesen Schritt getan hat, ist bewundernswert." Barazite selbst sieht es ob der Perspektive gelassen: "Wenn wir Meister werden, können wir Champions League spielen. Warum hätte ich in Monaco bleiben sollen? Dort wäre das in der kommenden Saison nicht möglich gewesen."

Er hat auf sehr viel Geld verzichtet. Daran sieht man auch, selbst wenn man in Monte Carlo lebt und viel Geld verdient: wenn man nicht spielt, tut es jedem Fußballer weh.

Was hat es mit der Kaufoption auf sich?

Derzeit ist der 22-Jährige ein Leihspieler bei den Veilchen. Im Sommer könnte man die Option ziehen und ihn für weitere drei Jahre verpflichten. "Das war kein einfacher Punkt. Monaco wollte keine Kaufoption, wir haben gesagt, dass wir ihn nicht nur für vier Monate nehmen und dann wieder zurückschicken. Das mache ich nicht", erklärt Parits seinen Standpunkt.

Bringt Barazite seine alten Leistungen, wird die Option auch gezogen: "Jetzt haben wir ja noch ein bisschen Zeit, um das Budget für die nächste Saison aufzustellen. Da werden wir natürlich einen Fixerwerb von Nacer miteinkalkulieren. Die Konditionen sind jedenfalls gut ausverhandelt, es hat sich ausgezahlt, hart zu bleiben. Wenn Nacer der Alte geblieben ist, werden wir alles daran setzen, diese Kaufoption zu ziehen", erklärt Kraetschmer.

Wenn Nacer der Alte geblieben ist, werden wir alles daran setzen, diese Kaufoption zu ziehen

Was wird sich sportlich verändern?

Hier heißt es abwarten. Peter Stöger und Co. scheinen vor allem seine Vielseitigkeit voll auskosten zu wollen. "Er passt sehr gut in unser sportliches Anforderungsprofil, die Spieler kennen ihn, die Mannschaft akzeptiert ihn. Wir haben kaum ungewisse Faktoren bei diesem Transfer. Wir werden schauen, wo seine beste Position ist", sagt Stöger unmittelbar nach der Rückkehr aus Lara.

Zudem hat der Tabellenführer ein "klares Signal", wie man selber betont, an die Konkurrenz, Sponsoren und Fans ausgesendet. Kraetschmer: "Wir haben einen Traum und diesen Traum wollen wir realisieren. Wenn man sieben Punkte vorne ist, greift man natürlich an." Ein kleiner Traum ist für Barazite übrigens schon in Erfüllung gegangen. Schon bei seinem Auftritt bei der Austria wollte er die Nummer neun, musste sich jedoch aufgrund der Anwesenheit von Roland Linz mit der Nummer 39 zufrieden geben. Jetzt ist ihm der Traum vom violetten Neuner aufgegangen.

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