Dibon
 

"Ich bin noch jung, da macht man Fehler"

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  • 02.02.2013 | 09:27 | (sport10)

    Im Frühjahr will Christopher Dibon in Salzburg endlich durchstarten. Wie das gelingen soll, warum er den Herbst nicht als verlorene Zeit sieht und was er Didi Kühbauer zu verdanken hat, verrät er im sport10.at-Interview.

    Christopher Dibon gehört wohl zu jenen Menschen, die froh sind, dass das Jahr 2012 der Vergangenheit angehört. Zunächst zog sich der ehemalige Admira-Kapitän im Februar einen Wadenbeinbruch zu und fiel mehrere Monate aus. Auch sein Wechsel zu Red Bull Salzburg sollte sich bisher aus sportlicher Sicht nicht bezahlt machen. Nach zwei Kurzeinsätzen stand er erst Anfang Dezember erstmals in der Startelf.

    Doch das soll sich in Zukunft ändern. Voller Tatendrang ist der Niederösterreicher in die Vorbereitung gegangen und nimmt nun erneut den beinharten Konkurrenzkampf in Salzburgs Innenverteidigung auf.

    Wie er Roger Schmidt von sich überzeugen will, was er Didi Kühbauer zu verdanken hat, was es mit dem Crash-Test mit Jimmy Hoffer aufsich hat und was er über den Wechsel seines ehemaligen Teamkollegen Marcel Sabitzer denkt, erzählt er im sport10.at-Interview.

    sport10.at: Das vergangene Jahr ist für dich alles andere als nach Wunsch verlaufen. Mit welcher Einstellung bist du in die Vorbereitung gegangen?

    Christopher Dibon: Mit der selben Einstellung, mit der ich die Herbst-Saison abgeschlossen habe. Ich habe am Ende im Training das ein oder andere Mal schon aufgezeigt und auch im Spiel gegen die Austria gezeigt, dass ich das Potential habe, auch in Salzburg zu spielen. So bin ich auch in den Trainingsauftakt reingegangen und jetzt hoffe ich natürlich, dass das auch positiv für mich endet. Dafür gebe ich Vollgas, haue mich in jedem Training und Spiel voll rein. Am Ende muss aber der Trainer entscheiden, wer spielt.

    Gerade so ein Jahr kann einen jungen Spieler stärken und einen deutlichen Ruck geben.


    Christopher Dibon beim Interview mit sport10.at.

    Nach dem Seuchenjahr 2012, welche Ziele hast du dir für 2013 gesetzt?


    Es war bestimmt ein schwieriges Jahr, aber ich würde es nicht als Seuchenjahr bezeichnen. Gerade so ein Jahr kann einen jungen Spieler stärken und einen deutlichen Ruck geben. Es war natürlich sehr schwierig mit der Verletzung, aber es heißt jetzt einfach voll angreifen - neues Jahr, neues Glück.

    Wie sieht es in deiner Gefühlswelt aus. Du wurdest vom Kapitän und Führungsspieler der Admira zu einer Randfigur in Salzburg. Wie schwer war es, damit umzugehen?

    Es war sicher eine sehr schwierige Situation für mich, mit der ich zu Beginn nicht wusste umzugehen. Schlussendlich bin ich aber auf den richtigen Zug aufgesprungen, haben mir das positive stets vor Augen geführt und jetzt schaue ich, dass ich mich von Tag zu Tag steigere und für Einsätze empfehle.

    Ende Oktober hast du in einem Interview mit sport10.at dein Leid geklagt. Was hat sich für dich seit damals verändert?

    Ich hatte dann ein sehr gutes Gespräch mit den Verantwortlichen, in dem sie mir den Rücken gestärkt haben. Sie sagten, dass sie von mir und meinen Qualitäten überzeugt sind, ich einfach weiter Gas geben muss, um wieder auf das Level zu kommen, wo ich schon einmal war.

    Hast du das Interview vielleicht bewusst geführt, um auf deine Situation aufmerksam zu machen?

    Jeder, der sich ein bisschen für die österreichische Bundesliga interessiert und auch meinen Weg verfolgt hat, dem ist klar, dass ich nicht zufrieden bin, wenn ich nur auf der Bank oder der Tribüne sitze. Ich wollte damit keinem reinreden, es waren einfach meine Gefühle, dass ich unzufrieden bin, wenn ich nicht spiele. Ich bin ein sehr ehrgeiziger Spieler, hätte am liebsten an jedem Tag ein Match und damit habe ich einfach ein bisschen Druck abgelassen. Aber im Nachhinein betrachtet, war es nicht der richtige Weg, aber es ist schon eine gewisse Last von mir abgefallen.

    Damit habe ich einfach ein bisschen Druck abgelassen.
    In Zukunft würdest du es also anders lösen?

    Wahrscheinlich schon. Aber ich bin doch noch jung, da macht man den ein oder anderen Fehler und handelt vielleicht etwas zu unüberlegt. Aus Fehlern lernt man.

    Erfährst du in Salzburg jetzt die Wertschätzung, die du gerne hättest?

    Die muss man sich erarbeiten. Bei der Admira war das was ganz was anderes. Es war mein Wohnzimmer, dort hat mich jeder gekannt, jeder wusste, was ich kann. Hier kam ein neuer Trainer und Sportdirektor. Es war sicherlich keine leichte Situation, aber ich habe die Qualität, dass ich auf mich aufmerksam mache und dann bekommt man auch diese Wertschätzung.

    Siehst du den Herbst als verlorene Zeit?

    Eine verlorene Zeit war es bestimmt nicht. Nach der Operation im Februar habe ich mich zurück gekämpft, im Sommer wurde ich dann erneut operiert und erlitt wieder einen Rückschlag. Dann ist es schwierig, wenn die anderen schon voll in der Vorbereitung sind und dir immer einen Schritt voraus sind. Am Ende meiner Karriere kann ich dann bestimmt sagen, dass ich was positives aus dieser Zeit mitgenommen haben.

    Hast du von deiner Verletzung noch irgendwelche Nachwirkungen?

    In einem Testspiel gegen Eintracht Frankfurt im August hatte ich einen Pressball mit Jimmy Hoffer. Es war eine Art Test-Crash, ab da war für mich klar, dass der Fuß hält und nichts mehr passieren kann.

    Du wirkst voll motiviert, dein Ziel bleibt es also nach wie vor, dich bei Salzburg durchzusetzen und dir deinen Stammplatz zu erkämpfen.

    Ich habe hier einen Vertrag unterschrieben, damit ich hier spiele. Ich bin nicht hergekommen, weil Salzburg so schön ist.

    Ich bin nicht hergekommen, weil Salzburg so schön ist.
    Ist es in für dich ein Vorteil, dass mit Isaac Vorsah ein Innenverteidiger beim Afrika-Cup ist und die Vorbereitung verpasst?

    Es geht nicht nur um Isaac, wir haben vier, fünf sehr gute Innenverteidiger. Man muss sich in jedem Training aufdrängen. Man wird aber natürlich sehen, in welcher Verfassung er retour kommt. Ich wünsche ihm aber natürlich, dass er mit Ghana sehr weit kommt. Er hat im Herbst schon gezeigt, dass er ein sehr wichtiger Spieler ist. Auch wenn es eine Art Konkurrenz-Situation ist, muss jeder für jeden da sein. Natürlich will jeder spielen, aber gemeinsam haben wir ein großes Ziel: Den Meistertitel.

    Auf dem Weg dorthin gilt es die Austria abzufangen. Aktuell beträgt der Rückstand sieben Punkte. Wie kann man die Austria noch einholen?

    Wir haben noch zwei direkte Duelle, die muss man natürlich für sich entscheiden. Aber es sind noch sehr viele Spiele, in der eine Menge Punkte zu holen sind. Die Austria hat eine gute Mannschaft, tritt als richtige Einheit auf. Von daher wird es sicher sehr schwierig, aber wir haben jetzt in der Vorbereitung schon den ein oder anderen Schritt nach vorne gemacht. Sieben Punkte sind natürlich ein ganz gutes Polster, aber das ist sicherlich noch wettzumachen.

    Was denkst du, ist für den Kopf einfacher: Die Rolle des Jägers oder des Gejagten?

    Ich habe in der zweiten Liga schon beides miterlebt. Wenn man vorne weg spielt, ist es sicher bisschen leichter. Aber wir können jetzt voll angreifen, wollen in jedem Spiel punkten. Es ist eine sehr interessante Ausgangsposition und wenn wir jetzt ein bisschen näher rankommen, kann es gut sein, dass man vorne ein bisschen Nervenflattern bekommt.

    Deine letzten beiden Trainer sind Didi Kühbauer und Roger Schmidt. Wo sind sie sich ähnlich und wo unterscheiden sie sich?

    Es sind grundsätzlich zwei komplett verschiedene Persönlichkeiten. Was sie verbindet, ist auf jeden Fall ihr Ehrgeiz und die Zielstrebigkeit.

    Für deine Ex-Kollegen von der Admira lief es zuletzt alles andere als nach Wunsch. Wie sehr leidest du mit?

    Es ist ganz klar, wenn man solange bei einem Verein gespielt hat, leidet man natürlich mit. Zudem habe ich auch noch ein sehr gutes Verhältnis zu einigen Spielern und dem Trainer. Aber ich kenne die einzelnen Spieler, weiß, welche Qualität in dieser Mannschaft steckt und bin daher überzeugt, dass sie nicht absteigen.

    Sabitzer hat die Qualität, um bei Rapid zu spielen.

    Auf die Frage, wen er lieber zurück hätte: Dibon oder Hosiner - hat sich Didi Kühbauer ganz klar für dich entschieden. Was verbindet euch, ihr dürftet ja eine ganz besondere Beziehung gehabt haben bzw. noch immer haben?

    Er hat sich über einen längeren Zeitraum ein eigenes Bild von mir gemacht. Ich habe ja schon bei den Amateuren unter ihm trainiert, wo ich vielleicht noch gar nicht so gespielt habe, wie er sich das vorgestellt hat. Unter ihm habe ich die Position des Innenverteidigers mal ganz anders ausüben und ausleben können, da wir sehr offensiv gespielt haben. Das hat mir getaugt und hat richtig viel Spaß gemacht. In der Zeit, wo er mein Trainer war, habe ich bestimmt den größten Schritt nach vorne gemacht. Da bin ich natürlich sehr dankbar. Und die Erfolge, die wir gemeinsam gefeiert haben, schweißen natürlich auch ein bisschen zusammen.

    Bei der Admira vereint, jetzt Konkurrenten: Sabitzer, Hosiner, Dibion

    Was sagst du zum Wechsel deines ehemaligen Admira-Kollegen Marcel Sabitzer - war es die richtige Entscheidung?

    Das haben sich bei mir auch viele Leute gefragt. Ob es die richtige Entscheidung war, wird man dann sehen. Er ist ein guter Spieler und hat sich für Rapid, Philipp (Hosiner, Anm.) für die Austria und ich für Salzburg entschieden. Momentan schaut es so aus, dass es der Hosi am besten getroffen hat. Aber das Blatt wendet sich so schnell, ich habe hier drei Jahre Vertrag, da wird man noch sehen, was daraus wird. Und genau so ist es auch beim Sabi. Ich weiß, dass er die Qualität hat, bei Rapid zu spielen. Aber das ist ein ganz anderer Verein als die Admira, das ist ganz klar. Und das muss er jetzt erst einmal unter Beweis stellen.

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