Jacobo Austria wird Meister
 
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Jacobo: "Die Austria wird Meister"

Für den WAC-Spielmacher ist der Meisterkampf in der Bundesliga fast entschieden. Zudem überrascht er mit seiner Aussage zum Klassenunterschied zwischen Österreich und Spanien.

03.02.2013 | 09:02 | (sport10)

Vor eineinhalb Jahren verließ Jacobo María Ynclán Pajares den Madrider Vorort Alcalá de Henares, um den spanischen Drittliga-Fußball endlich hinter sich zu lassen.

Bis dahin hatte er unter anderem für die RSD Alcalá, den CD Guadalajara und die UE Lleida in der Segunda División B gekickt, ganze sechs Zweitligaspiele hatte er 2008/09 für den ehemaligen UEFA-Cup-Finalisten Deportivo Alavés bestritten.

"In Österreich gibt es Leute, die auf uns setzen"

Im Juli 2011 zog es den Linksfuß also weg aus dem Land des Welt- und mittlerweile zweifachen Europameisters. Er landete, wie schon einige seiner Landsmänner zuvor, in Österreich. In seinem Fall im beschaulichen Lavanttal, beim Wolfsberger AC.

"In Österreich gibt es einfach Leute, die auf uns Spanier setzen, wie zum Beispiel eben Nenad Bjelica beim WAC. Das ist genau das, was für einen Spieler wichtig ist. Das Gefühl zu haben, dass auf einen gebaut wird. Deshalb sind wir hier", erklärt der 28-Jährige im Gespräch mit sport10.at, warum sich er und seine drei Landsmänner Solano, De Paula und Rivera in der Alpenrepublik heimisch fühlen.

Die Austria wird Meister, die sind schon sehr gut drauf.

"Unterschied ist spürbar"

Unter der Regie des technisch brillanten Jacobo schafften die Kärntner gleich den Aufstieg, der Madrilene wurde zum besten Spieler der Liga gewählt. An die tipp3-Bundesliga musste er sich erst gewöhnen. "Das war für uns alle schwierig, weil der Unterschied natürlich spürbar ist", gibt Jacobo zu.

Zur Winterpause liegt der WAC auf Platz sechs, große Sprünge seien da nicht mehr möglich. "Wir können maximal Fünfter werden, die vier Positionen vorne sind bezogen", ist der 28-Jährige überzeugt und legt sich auch in Sachen Titelprognose fest: "Die Austria wird Meister, die sind schon sehr gut drauf."

"Das Niveau ist ziemlich gleich"

Als großen Rückschritt sieht Jacobo sein Österreich-Abenteuer nicht. In Spanien reichte es für ihn bisher gerade zu ein paar Minuten Einsatzzeit in der Primera División. Für seinen Stammverein Atlético Madrid wurde er 2007 einmal in der Nachspielzeit eingewechselt.

Die Leute sehen aus Spanien fast nur Real Madrid und Barcelona. Das allein ist aber nicht der spanische Fußball.

Trotzdem sei der Unterschied zwischen "La Liga" und tipp3-Bundesliga nicht allzu groß. "Das Niveau ist eigentlich ziemlich gleich", verblüfft Jacobo, erklärt dann aber: "Die Leute sehen aus Spanien fast nur Real Madrid und Barcelona. Das allein ist aber nicht der spanische Fußball. Diese beiden sind die zwei besten der Welt, der Rest aber sind normale Mannschaften, wie es sie auch hier, in der Schweiz oder sonst wo auf der Welt gibt."

Festzumachen sei dies auch an den Europa-League-Auftritten von Red Bull Salzburg im Vorjahr gegen Athletic Bilbao (2:2 in San Mamés, 0:1 in Wals-Siezenheim, Anm.). "Damals tat sich Bilbao extrem schwer. Die vier Großen in Österreich können ohne Probleme in der Primera División mitspielen und wären auch nicht in Abstiegsgefahr", ist Jacobo überzeugt.

Real: "Da muss etwas vorgefallen sein"

Apropos Primera División: Beim Blick auf die Tabelle der spanischen Liga freut sich der Filigrantechniker derzeit ganz besonders. Dort bricht Atlético gerade die Vorherrschaft von Barça und Real, liegt als Tabellenzweiter sogar sieben Punkte vor dem Lokalrivalen.

Es fällt mir aber schwer zu glauben, dass Casillas auf der Bank sitzt, weil Adán besser ist.

"Sie sind sehr stark, momentan in einer Form, dass nicht einmal Real mithalten kann. Wobei die sich heuer augenscheinlich mehr auf die Champions League konzentrieren."

Die fragwürdige "Show", die José Mourinho derzeit im Norden Madrids (Atlético befindet sich im Süden) abzieht, verwundert auch den Wahl-Wolfsberger. "Jeder Trainer hat seine Gründe. Es fällt mir aber schwer zu glauben, dass Casillas auf der Bank sitzt, weil Adán besser ist. Casillas hat seine Qualitäten schon zu Genüge unter Beweis gestellt. Da muss intern etwas vorgefallen sein."

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