Vielleicht nicht genug
 
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"Vielleicht war ich nicht gut genug"

Christian Thonhofer in einem ehrlichen Interview mit sport10.at über seinen Wechsel zum WAC, seine Zeit bei Rapid, Veränderungen im Leben und über die Strenge von Peter Pacult.

17.01.2013 | 13:14 | (sport10)

Christian Thonhofer hat sich verändert. Er wirkt ruhig, spricht gelassen und in gewisser Weise auch selbstkritisch über seine Vergangenheit. Eine Vergangenheit, in der der 27-Jährige heute vieles anders machen würde. Fünf Jahre lang spielte der Außenverteidiger für den SK Rapid, wo Thonhofer einige Höhen und Tiefen durchlief.

Sein Abgang letzten Sommer kam für viele Fans zwar nicht überraschend, für den Wiener war er jedoch enttäuschend. Ein halbes Jahr sowie 17 Spiele für den Aufsteiger WAC später spricht Thonhofer in einem ehrlichen Interview mit sport10.at über jene Geschehnisse.

sport10.at: Christian, erstmals Gratulation zur Geburt deiner Tochter. Wie geht es dir?

Christian Thonhofer: Mir geht es ganz gut. Ich bin vor kurzem Vater geworden und durch meine Tochter geht es mir jetzt natürlich noch besser.

Man sagt, dass sich Menschen ändern, sobald das eigene Kind auf die Welt kommt.

Ich habe von vielen gehört, dass man lernt, die Dinge anders zu nehmen. Das stimmt. Das ist bei mir jetzt auch so. Ich bin viel gelassener, werde aber trotzdem weiter Gas geben. Das private Glück ist natürlich schön.

Ich persönlich bin ehrlich gesagt nicht so zufrieden. Ich möchte immer so viele Punkte wie möglich machen und ich denke, dass wir mehr Punkte haben könnten.

Seit über einem halben Jahr spielst du nun schon für den WAC. War es eine große Umstellung?

Nein eigentlich nicht, weil ich ja schon in Wiener Neustadt gespielt habe und da schon ein großer Unterschied, verglichen zu Rapid, vorhanden war. Ich kann mich aber generell sehr schnell umstellen und von dem her war es relativ einfach für mich.

Wie haben dir die letzten Monate gefallen?

Gut. Man sieht, dass hier etwas im Entstehen ist und es braucht eben Zeit.

Wie zufrieden bist du mit der aktuellen Saison?

Ich persönlich bin ehrlich gesagt nicht so zufrieden. Ich möchte immer so viele Punkte wie möglich machen und ich denke, dass wir mehr Punkte haben könnten. Wir haben unser Stärken sehr oft gezeigt, sind aber leider noch zu inkonstant.

Und mit deiner persönlichen Leistung?

Genauso. Es ist sehr viel Luft nach oben und man kann sich immer weiterentwickeln. Zufrieden bin ich eigentlich nie.

89 Mal bist du für deinen Ex-Klub Rapid am Platz gestanden, trotzdem warst du meistens nur Ersatz. Wieso hat es nie für den absoluten Stammplatz gereicht?

In der Meistersaison habe ich sehr viele Spiele gemacht. Abgesehen von dieser Saison stimmt es aber. Ich war immer nur zweite Wahl. Teilweise durch Selbstverschulden, teilweise durch die Ansicht vom Trainer. Vielleicht war ich aber einfach nicht gut genug.

Das war enttäuschend. Ich habe mir das alles anders vorgestellt. Mir ist gesagt worden, dass ich wegen meiner damaligen Verletzung, die ich am Anfang der Saison hatte, nicht spiele.

Es folgte der Abschied aus Hütteldorf.

Es war für mich überraschend, denn ich habe mir vieles anders vorgestellt. Ich wollte unter den Umständen, dass ich nur Ersatz bin, nicht weitermachen und habe mit dem WAC meine neue Aufgabe gefunden.

Überraschend auch deshalb, da dich Schöttel kaum spielen hat lassen, obwohl er dich extra aus Wiener Neustadt zu Rapid mitgenommen hat?

Das war enttäuschend. Ich habe mir das alles anders vorgestellt. Mir ist gesagt worden, dass ich wegen meiner damaligen Verletzung, die ich am Anfang der Saison hatte, nicht spiele. Richtige Gründe habe ich aber nie bekommen. Aber jeder Trainer sieht das eben anders und hat seine eigene Ansichten.

Ihr hattet aber kein schlechtes Verhältnis.

Nein überhaupt nicht. Das hatte ich mit keinem Trainer.

Auch nicht mit Peter Pacult?

Nein. Es gab zwar immer Gerüchte, aber die stimmten nicht. Pacult ist ein sehr disziplinierter und strenger Trainer. Den einen hat er es mehr spüren lassen, den anderen weniger. Ich habe es vermutlich mehr gebraucht als manch anderer und habe damals leider nicht gewusst, wie ich damit umgehen soll. Das war ein Lernprozess. Aber ein schlechtes Verhältnis hatte ich nie.

Du wirkst selbstkritisch. Bereust du einige Dinge?

Ich würde vieles anders machen, aber man soll nie bereuen, was man getan hat. Man muss in die Zukunft schauen, alles andere bringt ja nichts.

Wie soll die Zukunft mit dem WAC aussehen?

Wir haben das Ziel, die Klasse zu halten und wollen uns als Mannschaft weiterentwickeln. Wir hatten gute und schlechte Spiele und wollen jetzt unbedingt konstant werden.

Ich habe es vermutlich mehr gebraucht als manch anderer und habe damals leider nicht gewusst, wie ich damit umgehen soll.

Und deine persönlichen Ziele? Wäre das Ausland ein Thema für dich?

Ja natürlich. Ich werde immer meine Ohren offen halten, falls sich etwas ergeben wird. Ich konzentriere mich jetzt aber auf den WAC und alles andere werden wir dann sehen.

Wo siehst du dich in Zukunft?

Ich habe mehrere Visionen. Ich kann es mir beim WAC vorstellen und ich kann es mir gut im Ausland vorstellen. Ich mache mir in jede Richtung meine Gedanken und dann werden wir sehen, was sich ergibt.

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