Baumgartner Ball mitgenommen
 

"Baumgartner hat den Ball mitgenommen"

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  • 14.02.2013 | 08:20 | (sport10)

    Jonatan Soriano ist mit 14 Treffern Salzburgs erfolgreichster Stürmer. Und dennoch hatte er in dieser Saison schone einen Schock zu verdauen: Den Elfer gegen Rapid. Darüber kann er aber mittlerweile lachen.

    Vor ziemlich genau einem Jahr wechselte Jonatan Soriano (26) von Barcelona nach Österreich zu Red Bull Salzburg. Als absolute Topverstärkung wurde er angepriesen, doch wenig später fand er sich auf der Ersatzbank wieder. Unter Ricardo Moniz hatte der Spanier keinen leichten Stand, dafür gehört er unter Roger Schmidt zum Stammpersonal. 14 Tore hat Soriano erzielt, es hätten aber noch mehr sein können. Bei sport10.at lässt der Spanier sein erstes Jahr in Österreich Revue passieren.

    sport10.at: Jonatan, in der vergangenen Saison hattest du deine Probleme. Warum ist es in der aktuellen viel besser?

    Jonatan Soriano: Ich tue mir heuer leichter als vergangene Saison. Denn wir spielen heuer sehr ähnlich wie ich das vom FC Barcelona gewohnt war. Ich fühle mich gut, weil ich durch das laufintensive Spiel, das wir praktizieren, extrem viele Torchancen bekomme.

    Wie funktionert das Zusammenspiel mit Alan.

    Ich bin froh, dass er wieder zurück ist. Ich würde mich freuen, wenn wir gemeinsam auf dem Platz stehen und auf Torjagd gehen könnten.

    Du bist mit 14 Toren Zweiter in der Torschützenliste. Wie wichtig ist dir diese Wertung?

    Ich schaue gar nicht darauf. Um das geht es nicht. Philipp Hosiner macht seine Tore, um die Austria zu unterstützen und ich mache meine, um Red Bull Salzburg zu helfen.

    Philipp Hosiner macht seine Tore, um die Austria zu unterstützen und ich mache meine, um Red Bull Salzburg zu helfen.

    In Salzburg hast du die Nummer 26 gewählt. Hat die eine spezielle Bedeutung?

    Grundsätzlich nicht. Als ich hierhergekommen bin, war ich 26 Jahre alt. Alle anderen Nummern, die für mich von Bedeutung gewesen wären, waren bereits vergeben. Die, die es noch gegeben hat, zu denen hatte ich keinen Bezug. Deswegen wurde es schließlich die 26.

    Bei Barcelona hattest du die 11.

    Ja, weil meine Tochter an einem 11. geboren ist. Wenn ich mir Nummern aussuche, haben die meistens etwas mit meiner Familie zu tun. Also Geburtstage, Jahrestage oder irgendetwas in der Form.

    Bist du ein abergläubischer Mensch?

    Ich habe keine besonderen Rituale, wie andere Spieler, die zum Beispiel zuerst mit dem linken Fuß auf den Platz gehen. Ich trage aber dieses Armband, das hat meine Tochter im Kindergarten für mich gemacht. Wenn es geht und der Schiedsrichter es erlaubt, lasse ich es oben. Mir ist es wichtig, dass meine Familie da ist und an mich denkt.

    Ich trage aber dieses Armband, das hat meine Tochter im Kindergarten für mich gemacht. Wenn es geht und der Schiedsrichter es erlaubt, lasse ich es oben.

    Bei all deinen Toren hattest du heuer auch ein negatives Erlebnis.

    Der Elfmeter gegen Rapid (lacht).

    Wie hast du das verarbeitet, danach hast du ja plötzlich nicht mehr so viel getroffen.

    Das war natürlich bitter. Im Endeffekt ist es aber egal, wie man einen Elfer verschießt. Verschossen bleibt verschossen. Das angenehme im Fußball ist, dass man nach sieben Tagen die Möglichkeit hat, wieder zu zeigen, dass man das verarbeitet und vergessen hat. Das ist auch der Fall gewesen.

    Im Endeffekt ist es aber egal, wie man einen Elfer verschießt. Verschossen, bleibt verschossen.

    Dein Elfer war auf Youtube ein Renner. Gab es auch aus Barcelona Reaktionen?

    Ja, die gab es. (lacht)

    Welche?

    Was gibt es zu sagen? (lacht) Es war ein fürchterlich schlechter Elfmeter. Mittlerweile ist es ja schon fast wieder lustig.

    Du kannst darüber lachen.

    Ja, das ist wichtig. Gut ist, dass Felix Baumgartner bei seinem Red Bull Stratos-Projekt den Ball wieder mit nach unten gebracht hat. Ich kann hiermit sagen, der Ball ist wieder da.

    Bist du eigentlich auf Facebook vertreten? Da gibt es ja einige Fanpages von dir?

    Ich bin auf Facebook, aber nur als Privatperson. Aber ich habe keine Fanpage. Das machen andere Personen, ich habe damit nichts zu tun.

    Du bist ein großer Fernando Alonso-Fan. Jetzt hat aber Red Bull die Weltmeisterschaft gewonnen und Sebastian Vettel ist Weltmeister.

    Alonso ist Spanier und ich liebe Autos. Dass ich Alonso mag, hat etwas mit Patriotismus zu tun. Egal, ob es jetzt Autofahren, Tennis oder ein anderer Sport ist. Jetzt bin ich aber Spieler von Red Bull Salzburg und dass sich Red Bull auch in der Formel 1 engagiert, ist eine super Sache. Ich freue mich auch, das Vettel die Formel-1-Weltmeisterschaft gewonnen hat.

    Jeder Goalgetter ist abhängig von seinen Assistgebern. Gibt es einen Spieler, mit dem du ganz besonders gut harmonierst?

    Sadio, Kevin, Leiti oder Valon. Das sind vier Spieler, die extrem große Qualitäten haben. Wir haben viele Spieler, die die Fähigkeiten haben, mir die Tore vorzubereiten bzw. sie auch selber zu schießen. Wir haben in unserer Mannschaft eine sehr gute Balance.

    Wir haben in unserer Mannschaft eine sehr gute Balance.

    Woran denkst du, wenn du ein Tor schießt, überlegst du dir vorher, wie du ein Tor zelebrierst?

    Du sprichst die Situation mit dem Ball an, den ich mir unter das Trikot gesteckt habe. Das war eine spontane Aktion, weil meine Frau schwanger ist. Sonst hängt es davon ab, zu welchem Zeitpunkt und bei welchem Spielstand das Tor fällt. Ich bin kein Spieler, der große Jubel-Arien veranstaltet.

    Was war der größte Rückschlag in deiner Karriere? War das die Verletzung beim Audi-Cup im Sommer 2011, wo du mit der ersten Mannschaft von Barcelona unterwegs warst?

    Das war schon bitter. Ich war mit der ersten Mannschaft unterwegs und hatte die Möglichkeit, mich dort zu beweisen und dann ist die Verletzung passiert. Aber im Endeffekt ist das jetzt auch nicht so schlimm. Ich war drei Monate weg, habe das mittlerweile vergessen. Aber damals war es schon schade.

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