duerfte mich nicht mehr
 

"Es dürfte mich nicht mehr geben"

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  • 21.12.2012 | 13:24 | (sport10)

    Erich Obermayer bestritt in den letzten eineinhalb Jahren das schwerste Match - jenes um sein Leben. Mit sport10.at spricht die Austria-Legende über seinen schwersten Kampf.

    Irgendwie war er der Star des Abends, dabei galt er stets als Beispiel für Bescheidenheit und Zurückhaltung. Nur keine Wellen - auf und abseits des Platzes - könnte das Lebensmotto von Erich Obermayer lauten. Bei der Weihnachtsfeier der Austria-Legenden im VIP-Klub der Generali-Arena feierte der vielleicht beste Libero in der mehr als 100-jährigen Geschichte eine Art Comeback.

    Das schwerste Match seines Lebens

    Der Mann, der für die Austria 688 offizielle Spiele machte, acht Meistertitel holte, 1978 im Europacup-Finale stand, bestritt in den vergangenen eineinhalb Jahren das schwerste Match - jenes um sein Leben. Gegenüber sport10 gesteht er: "Eigentlich dürfte es mich gar nicht mehr geben."

    Die Zeit der Qualen begann im Mai 2011: Zuerst ist der Niereninfarkt ein Schock, kurze Zeit später entpuppte er sich als Segen. "Die behandelnden Ärzten bemerkten im Rahmen der Untersuchungen, dass ich kurz zuvor einen schweren Herzinfarkt erlitten hatte. Eigentlich, so bestätigte mir die Herzspezialistin, dürfte es mich gar nicht mehr geben."

    Nächster Rückschlag

    Kaum hatte sich der 59-Jährige von diesem Doppel-Schlag halbwegs erholt, brach neues Unheil über ihn herein. Die Durchblutung der Füße spielte verrückt. Erste Diagnose: Zwei Zehen des rechten Fußes müssten amputiert werden. Die Schmerzen waren schier unerträglich, fast ein Jahr musste Obermayer die Füße hochlagern, an Schlaf war meist nur im Sitzen zu denken. Selbst das Tragen von Schuhen war ihm unmöglich.

    Aus seinen depressiven Phasen zog sich der ehemalige ÖFB-Teamspieler am eigenen Schopf wieder heraus, unterstützt von Ärzten und Krankenschwestern, denen er voll vertraute und die seine Zehen retteten. "Sie waren einmalig, ich weiß gar nicht, wie ich diesen Menschen danken soll."

    "Das hat mir sehr gut getan"

    Auch von den Kameraden der großen Austria der Siebziger und Achtziger erhielt Obermayer Unterstützung - nicht nur moralische. "Die Sara-Brüder riefen mich an, empfahlen mir einen Arzt ihres Vertrauens, der mich aufbaute." Die violette Legendenfeier war eine weitere Moralinjektion: "Vielleicht trägt dieses Treffen dazu bei, dass ich mal wieder ins Stadion zu einem Match komme. Dazu fehlte mir zuletzt die Kraft. Dass sich hier jeder so ehrlich mit mir freute, dass es mir gut geht, hat mir sehr gut getan."

    Erich Obermayer, ein Kandidat in der Kategorie Comeback des Jahres 2012, eines, das mehr bedeutet als Tore, Punkte und Meistertitel.

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