Zehn Veilchen biegen Sturm
 

Zehn Veilchen biegen Sturm Graz

  • Bild:
  • 16.12.2012 | 17:59 | (sport10)

    80 Minuten lang spielte die Austria gegen Sturm in einer hartern Partie in Unterzahl. Am Ende gehen die Veilchen dennoch mit einem klaren 3:1-Sieg vom Platz.

    Die Austria verlegt die Bescherung vor und holt gegen Sturm Graz einen überraschend klaren 3:1-Sieg. Überraschend vor allem auch, weil die Austrianer ab Minute elf auf Tomas Jun (rote Karte) verzichten mussten. Doch danach wurden Weihnachtsgeschenke verteilt. Das wohl schönste Geschenk für die Austria: Sieben Punkte Vorsprung auf Verfolger Salzburg.

    DER SPIELVERLAUF:

    "Eine lässige Partie", wollte Austria-Trainer Peter Stöger von seiner Mannschaft gegen Sturm sehen. Daraus wurde allerdings nichts. Beide Mannschaften agierten überaus nervös in der Anfangsphase. Härteeinlagen übertrumpften spielerische Elemente. Die rote Karte für Tomas Jun nach einem Schlag ins Gesicht von Leonhard Kaufmann stellte das Konzept der Veilchen auf den Kopf. Mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Richard Sukuta-Pasu (Augenverletzung) musste beide Mannschaften zwei wichtige Offensivakteure vorgeben.

    Nach und nach erarbeitete sich Sturm mehr vom Spiel, die größte Chance in der ersten Hälfte vergab Ruben Okotie, der nach einem Eckball aus zwei Meter Entfernung den Ball nicht im Tor unterbringen konnte. Die Austria war zu dieser Zeit in der Offensive nicht vorhanden, und plötzlich führte man trotzdem. Philipp Hosiner (49.) brachte den ersten Torschuss für die Veilchen gleich im Gehäuse unter. Lange hielt die überraschende Freude nicht an. Gut fünf Minuten später stocherte Okotie den Ball ins Tor. Bitter für die Austria: Der Sturm-Angreifer stand im Abseits.

    Von den Härteeinlagen hatte sich das Spiel nun etwas erholt. Im folgenden Beispiel stellte man das Verteidigen auf Seiten von Sturm gleich ganz ein: Markus Suttner (66.) tanzte als Außenverteidiger die gesamte Sturmabwehr aus und schoss trocken zur 2:1-Führung ein. Der Antrieb von Sturm schien gebrochen, immer wieder liefen die Grazer auf den dichten Austria-Abwehrriegel auf und vergaßen dabei selbst, sich um defensive Aufgaben zu kümmen. Daraus resultierte das 3:1 durch Stankovic in der 88. Minute. Sturm kam nicht mehr hinter die Kugel, der Austria-Joker machte alles klar.

    MEN OF THE MATCH:

    Obwohl man sich zuerst mit dem Auschluss von Jun selbst schwächte, packte man das Projekt Sieg auch mit zehn Mann noch an. Vor allem in der zweiten Hälfte war der nummerische Unterlegenheit in vielen Phasen gar nicht bemerkbar. Mit der Einwechslung von Emir Dilaver und Marko Stankovic brachte Stöger frischen Wind rein, der auch die restliche Mannschaft aufrüttelte. Das Ergebnis: Die zehn Violetten auf dem Platz feiern gegen zuletzt so starke Grazer (neun Spiele ungeschlagen) einen überraschend verdienten Sieg. Weil man hinten dicht machte und vorne die Chancen - im Gegensatz zu Sturm - zu nutzen wusste.

    FLOP DES SPIELS: Härte statt Fußball

    Ein spielstarkes Spiel wollte man sehen, eine harte Kampfpartie bekam man serviert. Jun - für den ruhigen Tschechen völlig untypisch - schlug Kaufmann nach einem Foul ins Gesicht, Philipp Hosiner und Milan Dudic geraten aneinander, Madl attackierte Hosiner heftig von hinten, Sukuta-Pasu muss nach einem Zweikampf und Foul von ihm verletzt vom Platz, ebenso wie Holland in der Halbzeit. Das Resultat: Schon in Hälfte eins gab es vier gelbe und eine rote Karte. So hat man sich das vermutete Spitzenspiel der letzten Runde vor der Winterpause nicht vorgestellt, wenngleich sich die Situation in Hälfte zwei etwas besserte.

    DAS FIEL AUF:

    Das goldene Händchen von Peter Stöger. Zunächst brachte er Emir Dilaver ins Spiel, der sich schon bei seiner letzten Einwechslung in Wolfsberg mit einem Tor bedankte. Gegen Sturm bereitete er den Treffer von Hosiner mustergültig vor. Wenig später kam Stankovic ins Spiel, der wiederum den Treffer von Suttner vorbereitete und in der 88. Minute auf 3:1 erhöhte.

    DIE STIMMEN ZUM SPIEL:

    Rubin Okotie: "Ich kann nur sagen, dass der Schiedsrichter das Spiel kaputt gemacht hat. Zwei mal hat es keinen Elfmeterpfiff gegeben. Aber es ist sicher nicht nur der Schiedsrichter schuld, auch ich hätte noch ein Tor machen müssen. Wenn ich bei meinem Tor im Abseits war, dann ist ja wieder einiges zurückgekommen."

    Peter Hyballa: "Ich war nicht so glücklich als die rote Karte kam. Wir mussten dann dominieren, damit haben wir noch Probleme. Wir haben unsere Torchancen rausgespielt. Die Austria hatte einen super Torabschluss, natürlich sind wir sehr enttäuscht. Bei zwei Toren waren Tormannfehler dabei, aber gut, wir könnten auch mehr Tore schießen. Entscheiden ist auch, wo wir den Ball verloren haben. Heute ist der Ärger doch sehr groß, wir hätten heute einen guten Schritt machen können."


    Peter Stöger: "Es war ein Spitzenspiel, ein ganz wichtiges Spiel für uns. Wir haben alles abgerufen, was wir im Herbst an Moral aufgetankt haben. Ich möchte mich bedanken, dass ich Trainer einer solchen Mannschaft sein darf. Wir haben gegen einen guten Gegner alles unternommen, was geht. Man kann sich denken, wie glücklich ich bin."

    tipp3-Bundesliga, 20. Runde
    Austria Wien - Sturm Graz 3:1 (0:0)
    Generali-Arena, SR Drachta
    Tore: Hosiner (49.), Suttner (66.), Stankovic (88.); Okotie (55.)

    Mehr auf sportnet.at
      Mehr aus dem Web

      Schreiben Sie uns Ihre Meinung ()