Windbichler Angst Fehlern spielt
 

Windbichler: "Angst vor Fehlern spielt mit"

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  • 12.12.2012 | 08:52 | (sport10)

    Von Scheiblingkirchen zum Kapitän der Admira. Innenverteidiger Richard Windbichler hat seinen Traum wahr gemacht und will weiter hoch hinaus. Wie es für den 21-Jährigen weitergeht?

    2005 wagte der damals 14-jährige Richard Windbichler den Schritt vom kleinen Scheiblingkirchen in die Akademie der Admira. Schon in jungen Jahren war klar, dass der Innenverteidiger hoch hinaus will. Sieben Jahre später zählt der Niederösterreicher mit seinen erst 21 Jahren nicht nur zu den Leistungsträgern der Admira, sondern er durfte zuletzt auch die Kapitänsschleife tragen.

    Wem er das zu verdanken hat, wie die Ausbildung in der Südstadt verlief, welche Ziele er verfolgt und was er zur aktuellen sportlichen Situation meint, erzählt er im Gespräch mit sport10.at.

    sport10.at: Richard, derzeit beträgt der Rückstand zum Tabellenletzten nur vier Punkte. Was läuft falsch?

    Richard Windbichler: Wir hatten einen normalen Saisonbeginn, doch mit dem Match im Oktober gegen Wiener Neustadt, in dem wir 1:2 verloren haben, sind wir plötzlich in eine Negativserie hineingeschlittert. Wir haben aber auch sehr viel Pech. Bei uns springt derzeit der Ball von der Stange nach außen, bei anderen vielleicht mehr nach innen. Das Glück hatten wir aber dafür im vorigen Jahr.

    Wie sieht es mit dem Selbstvertrauen in der Mannschaft aus?

    Natürlich haben wir durch den Negativlauf auch das Selbstvertrauen verloren. Dann spielt die Angst vor Fehlern mit. Schöner Fußball ist dann fast unmöglich. Wir bräuchten noch vor der Winterpause ein Erfolgserlebnis, damit wir ruhigen Gewissens in den Urlaub gehen und im Frühjahr durchstarten können.

    Auch mit der Schule hast du es schwer, denn wenn du die nicht schaffst, dann musst du den Verein verlassen. Das ist aber eine Sache des Willens.

    Denkst du, dass ihr etwas mit dem Abstieg zu tun haben werdet?

    Nein. Man muss aber sagen, dass der Abstand natürlich klein geworden ist und dass die Konkurrenz auch nicht schläft. Wir wollen aber nur von Spiel zu Spiel schauen und Punkte sammeln. Vom schönen Fußballspielen bekommt man leider keine Punkte. Jetzt sollten wir vielleicht einmal schauen, weniger schön zu spielen, dafür aber viele Punkte zu holen.

    Was muss sich verbessern, um wieder in das gesicherte Mittelfeld zu rutschen?

    Wir haben genug Qualität in der Mannschaft und wir haben einen großen und guten Kader. Durch die Niederlagenserie haben wir es derzeit schwer. Junge Spieler werden aber stärker, wenn man so etwas durchläuft. Auch das Selbstvertrauen wird wieder kommen. Ich denke, dann brauchen wir uns keine Sorgen machen.

    In den letzten Spielen warst du sogar Kapitän der Admira. Eine Ehre für dich?

    Natürlich. Ich habe den Nachwuchs der Admira durchlaufen und wenn man sich als Jugendspieler die Profis ansieht, dann denkt man sich natürlich, dass man auch einmal hier spielen will. Dass ich jetzt sogar Kapitän bin, ist eine große Ehre für mich.

    Du sprichst es an. 2005 bist du vom niederösterreichischen Scheiblingkirchen in die Admira Akademie gewechselt. Wie kam der Wechsel zustande?

    Ich habe mich zum Probetraining angemeldet und nach ein paar Trainings hat es eine engere Auswahl gegeben. Anschließend habe ich einen Brief bekommen, dass ich aufgenommen worden bin.

    Von der Akademie hast du dich über die Amateure bis in die Profimannschaft der Admira gekämpft. Ein harter und steiniger Weg.

    Natürlich ist es nicht leicht. In meinem Jahrgang - also in der U15, in der ich angefangen habe - ist neben mir nur noch Stephan Auer übrig geblieben. Aber es geht nicht immer nur ums Fußballerische. Auch mit der Schule hast du es schwer, denn wenn du die nicht schaffst, dann musst du den Verein verlassen. Das ist aber eine Sache des Willens, denn wenn man ein klares Ziel vor Augen hat, fällt einem das leichter.

    Freizeit bleibt da wohl kaum übrig?

    Man muss natürlich Opfer bringen und ich wusste immer, was ich will. Aber sicher ist es nicht immer leicht, wenn man Freunden absagen muss, dennoch muss man sagen, dass der Fußball so viel schöne Sachen mit sich bringt, dass man da einfach auf einige Dinge verzichten kann.

    Die Admira Akademie hat in den vergangenen Jahren eine sehr starke Arbeit gemacht und viele Top-Spieler ausgebildet. Wird sie ihrem guten Ruf gerecht?

    Ich kann kein schlechtes Wort über die Admira sagen. Egal ob das jetzt den Nachwuchs, die Amateure oder die Kampfmannschaft betrifft. Alles hier ist sehr professionell und ich fühle mich wohl hier. Auch in schlechten Zeiten stehen hier alle hinter dir und wenn man verletzt ist, ist es natürlich nicht leicht, aber hier hat man das Gefühl, dass man gut aufgehoben ist. Es ist einfach sehr familiär.

    Ich habe im Sommer einen neuen Dreijahresvertrag unterschrieben, weil ich mich hier einfach sehr wohl fühle.

    Einen guten Ruf unter den Spielern genießt auch euer Trainer Didi Kühbauer.

    Er baut auf uns junge Spieler. Das zeichnet uns aus und der Erfolg gibt uns Recht. Wir sind mit einer jungen Truppe aufgestiegen und sind mit einer jungen Truppe in der Bundesliga Dritter geworden. Der Trainer kann irrsinnig gut mit jungen Leuten und hat eine optimale Mischung in unser Team gebracht. Er weiß einfach mit jedem gut umzugehen und hat ein Händchen dafür. Wir sind sehr eingespielt und harmonieren sehr gut miteinander, weil wir uns sehr gut verstehen.

    Didi Kühbauer verdankst du auch, dass du zu den Leistungsträgern der Admira geworden bist. Sind eigentlich schon andere Klubs auf dich aufmerksam geworden?

    Ich habe im Sommer einen neuen Dreijahresvertrag unterschrieben, weil ich mich hier einfach sehr wohlfühle. Es macht irrsinnig Spaß mit allen hier zu arbeiten und ich konzentriere mich nur auf die Admira. An einen Wechsel denke ich derzeit überhaupt nicht. Wir müssen wieder in die Spur finden und dafür werden wir alles geben.

    Wie sollen im Optimalfall deine nächsten Schritte aussehen?

    Man weiß nie, wo es einen hinführen wird. Ich konzentriere mich derzeit aber wirklich nur auf die Admira und werde irgendwann den nächsten Schritt machen. Wohin, kann ich noch nicht sagen. Als Führungsspieler ist es aber wichtig, gute Leistungen zu bringen und die Mitspieler mitzureißen.

    Dein ehemaliger Abwehrkollege Christopher Dibon wechselte vergangenen Sommer nach Salzburg, kommt dort aber nicht zum Einsatz. Eine Warnung für dich, vielleicht bei einem möglichen Wechsel etwas anders zu machen?

    Man muss sagen, dass da viel Schlechtes zusammengelaufen ist, da ja auch ein Trainerwechsel dazwischen stattgefunden hat. Es war für ihn eben alles sehr ungünstig. Aber er ist einer der besten österreichischen Verteidiger und er wird seinen Weg machen. Er wird ein großer Spieler werden.

    Gibt es einen Verein, für den du in deiner weiteren Karriere gerne einmal spielen würdest?

    Als Kind hat man immer Lieblingsvereine. In Österreich war es immer Rapid und international Liverpool. Aber das spielt es nicht immer und man kann es sich nicht aussuchen. Ich möchte einfach so hoch wie möglich kommen. Über welche Vereine, das ist egal. Auch wenn man als Kind zu manchen Vereinen nicht so viel Sympathie gehabt hat: Wenn man durch sie den nächsten Schritt schafft, muss man die Chance einfach nützen.

    Du würdest also auch zur Austria wechseln?

    Es ist sicher eine Überlegung wert (lacht).

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