Kainz: "Van Basten muss sich beweisen"

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  • 14.11.2012 | 08:17 | (sport10)

    Die Rückkehr von Tobias Kainz zu Sturm Graz entpuppte sich als goldrichtig. Im Gespräch mit sport10.at spricht der 20-Jährige über die Niederlande und Sturm Graz.

    Was manche als Rückschritt bezeichnen, ist für Tobias Kainz ein Sprung nach vorne. Nach vier Jahren Fußball in den Niederlanden ist der 20-Jährige wieder in Österreich gelandet und hat sich bei Sturm Graz in die Stammformation gespielt. "Ich musste jetzt Spielpraxis sammeln", sagt Kainz. Nach nur 14 Minuten in der Eredivisie oberste Priorität.

    Gelernt hat der Steirer dennoch einiges. Und das kommt ihm nun unter Peter Hyballa zugute. Im Gespräch mit sport10.at spricht Tobias Kainz über seine Leistungen, die Qualität der Bundesliga und Kurzzeittrainer Marco van Basten.

    sport10.at: Tobias, 2:1-Auswärtssieg gegen die Admira. Zufrieden?

    Tobias Kainz: Mit dem Ergebnis bin ich hoch zufrieden. In der ersten Halbzeit haben wir gebraucht, bis wir hinein gefunden haben, sind dann aber besser geworden. Die zweite Hälfte war gut - aber wir kamen wieder unter Druck, was nicht positiv ist. Schlussendlich muss man mit dem Ergebnis zufrieden sein und nach vorne schauen. Warum wir wieder so ein Tor bekommen haben, weiß ich nicht. Wenigstens sind wir 2:0 in Führung gegangen. Natürlich würden wir am liebsten jedes Spiel zu Null gewinnen. Zum Glück haben wir das Ergebnis über die Zeit bekommen.

    Die letzten beiden Spiele wurden gegen direkte Konkurrenten gewonnen - zuvor lief es eine Zeit lang weniger gut. Wie sind die vielen Ups und Downs erklärbar?

    Nicht leicht! Die letzten zwei Partien hat sehr vieles funktioniert. Die Mannschaft hat gut dagegen gehalten, alles wächst zusammen. Vor den letzten beiden Spielen hat einiges gefehlt, was zuletzt da war. Wir waren vor dem Tor nicht kaltschnäuzig. Das war zuletzt wieder gut. Und daran müssen wir weiter arbeiten.

    Am Wochenende stellt der Trainer dann ganz nach seinen Vorstellungen auf. Dafür hat er auch seine Begründungen.
    Peter Hyballa rotiert viel, stellt die Mannschaft regelmäßig um. Schlägt sich das auf die Stimmung nieder?

    Ich sehe das als positiven Konkurrenzkampf. Man muss in jedem Training sein Bestes geben und am Wochenende stellt der Trainer dann ganz nach seinen Vorstellungen auf. Dafür hat er auch seine Begründungen.

    Du hast dich in die Startelf gespielt - hast du damit gerechnet, dass es so schnell gehen wird?

    Nein, damit hab ich nicht gerechnet. Ich wollte mich so gut wie möglich einbringen und der Mannschaft helfen - dass das so geklappt hat, freut mich. Ich bin der Mannschaft dankbar, wie sie mich aufgenommen hat. Das war wirklich einmalig und es fühlt sich an wie zuhause.

    Es gibt immer Dinge die besser gehen. Zum Beispiel muss ich torgefährlicher werden und mehr Zweikämpfe gewinnen.

    Wenn du deine Leistungen betrachtest - wie zufrieden bist du mit dir?

    Ich bin schon selbstkritisch auch wenn einiges okay war. Ich muss hart weiter arbeiten - es gibt immer Dinge die besser gehen. Zum Beispiel muss ich torgefährlicher werden und mehr Zweikämpfe gewinnen. Es muss einfach immer eine Top-Leistung her.

    Du bist im Sommer von Heerenveen zu Sturm gekommen. Was hast du aus den Niederlanden mitgenommen?

    Ich habe da sehr vieles gelernt. Wir haben ständig in einem 4-3-3 gespielt, da lernt man Aktionen im Aufbauspiel, schnelles Passspiel auf die Flügelspieler und einfach den Ball schnell in die Spitzen zu bringen. Der Fußball in Holland ist auch technisch sehr anspruchsvoll. Im Großen und Ganzen konnte ich einiges mitnehmen. Das kommt mir hier zugute.

    Wir haben ständig in einem 4-3-3 gespielt, da lernt man Aktionen im Aufbauspiel, schnelles Passspiel auf die Flügelspieler und einfach den Ball schnell in die Spitzen zu bringen.
    Michael Schimpelsberger, der vorher bei Twente spielte, meinte, dass es in Holland wenig bis keine Taktik gibt und alles auf totale Offensive ausgelegt ist. Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht?

    So würde ich das nicht sagen. Aber grundsätzlich spielt man sehr offensiv. Dadurch fallen viele Tore. Und das auf beiden Seiten. Es wird schnell in die Spitze gespielt und der Torabschluss gesucht.

    Wo liegen denn die Unterschiede zur österreichischen Bundesliga?

    Das ist schwer zu vergleichen. Aber es wird auf jeden Fall auch in Österreich sehr gut gearbeitet. Man sieht auch, dass die Mannschaften guten Fußball spielen. Nicht nur die Teams vorne - auch die Mannschaften hinten probieren Fußball zu spielen. Das ist für die ganze Liga gut. Es ist meiner Meinung nach ein Aufwärtstrend zu erkennen.

    Im Sommer wurdest du bei Heerenveen kurz von Marco van Basten trainiert. Hat er dich nicht nochmals zum Überlegen gebracht, doch zu bleiben?

    Doch, schon. Aber ich habe ihn nur kurz erlebt. Er hat sicher seine Qualitäten, aber für mich war es an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Ich musste Spielpraxis sammeln. Die Chance war in Heerenveen nicht so groß. Ich war dann sehr froh, dass mit Sturm Graz ein toller Verein an mich herangetreten ist.

    Was ist van Basten für ein Typ?

    Er genießt in Holland einen riesigen Status. Als Fußballer hat er ganz viel erreicht. Aber van Basten muss auch als Trainer hart arbeiten und sich beweisen. Aber sein Standing und Ansehen ist außergewöhnlich.

    Als Fußballer hat er ganz viel erreicht. Aber van Basten muss auch als Trainer hart arbeiten und sich beweisen.

    Auch Peter Hyballa hat sich ein Standing erarbeitet. Wie ist dein Eindruck von deinem Trainer?

    Man merkt stark, dass er immer sein Bestes geben will. Dabei will er auch das Beste aus der Mannschaft herausholen. Ich denke, der Weg ist sehr gut.

    Peter Hyballa und die holländische Schule - da ist doch auch eine Parallele, oder?

    Ja! Das war auch ein Mitgrund, wieso ich nach Graz zurückgekehrt bin. Dadurch das ich vier Jahre in Holland war, hab ich die holländische Spielweise kennen gelernt und das kommt mir hier einfach zugute. Ich freue mich darüber, dass der Trainer versucht, das auch hier umzusetzen.

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