Ausloeser
 

Fit am Auslöser

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  • 14.09.2011 | 10:03 | sport10

    toptimes gibt Tipps wie du „fit am Auslöser“ bei Sportfotos wirst. Der Profifotograf Klaus Prislan verrät den toptimes-Leser/-innen, worauf es aus seiner Sicht für Hobbyfotografen ankommt.

    Der Sport vermittelt Erlebnisse, die man später nacherleben möchte. Also werden diese tollen Momentaufnahmen bildlich festgehalten.
    Das Dilemma: Auf den Schnappschüssen ist meist vom „Zauber des Augenblicks“ wenig zu spüren.  Deshalb wollen wir mit einem „Sportfoto-Workshop“ dafür sorgen, dass ihr auch „fit am Auslöser“ seid!


    So großartig es ist, dass sich die Preise von Kameras kontinuierlich im Sturzflug befinden – einen Haken hat die Sache trotzdem. Nämlich, dass die Ausrüstung, die von ganz allein Superfotos schießt, noch nicht erfunden wurde. Und so sitzen viele Hobbyfotografen vor allem nach dem Urlaub oder einem großartigen Sportevent immer wieder etwas ratlos vorm Computer und grübeln angesichts ihrer Digitalfotos über den Unterschied zwischen Profibildern und den eigenen – leider wieder nicht zufriedenstellenden – Machwerken.

    Der Klagenfurter Profifotograf Klaus Prislan kann das schon nachvollziehen: „Erstens ist Fotografie eben nach wie vor ein Handwerk, das man, wie jedes andere auch, von Grund auf lernen muss, um es wirklich gut zu beherrschen. Zweitens gehört gerade der Bereich Sport- und Actionfotografie zu den interessantesten, aber auch schwierigsten Aufgaben.“  Was aber  ganz und gar nicht bedeutet, dass man nicht an seinen Fertigkeiten feilen und sie ständig verbessern könnte. Und es ist dafür auch keine sündteure Profiausrüstung notwendig – viele Tricks der echten Profis kann man völlig unabhängig von der Kamera, die man besitzt, umsetzen. Man muss diese Tricks nur wissen. „In den meisten Fällen heißt die Grundregel: Üben, üben, üben!“, sagt Klaus Prislan, der hier den toptimes-Leser/-innen verrät, worauf es aus seiner Sicht für Hobbyfotografen ankommt, um die durchschnittliche Qualität ihrer Bilder stark anzuheben.

    1. Immer „schussbereit “   Unabhängig von Kameratyp und -preis gilt zunächst der Grundsatz: Nur ganz wenige gute Bilder entstehen per Zufall! Und doch muss man diesem Zufall auch eine Chance geben: „Gerade durch die Digitalfotografie kann man hemmungslos drauflosfotografieren. Macht also von bestimmten Situationen so viele Bilder wie möglich –  auch bei Profis landen die meisten Aufnahmen im Mistkübel.“ Aber nur wer die Kamera immer schussbereit bei sich trägt und so oft wie möglich auf den Auslöser drückt, hat die Chance, den entscheidenden Moment einzufangen.

    2. Gut geplant.  Aber bei aller Spontanität – die Planung ist für den Sportfotografen das Um und Auf: Je besser man sich in der Sportart, die man fotografieren möchte, auskennt, je mehr Details man über den Ablauf eines Events weiß, desto größer ist die Chance auf einen tollen Schuss. „Gute Fotografen picken sich die Stellen bei einem Event heraus, an denen möglichst viel passieren kann. Beispiel: Ein allein dahintrabender Läufer ist mäßig spannend – drängen dagegen Dutzende auf einmal zu einer engen Labestation, schaut die Sache anders aus. Becher fliegen, vielleicht stolpert einer – und schon hat man ein aufregendes Motiv.“

    3. Augen fürs Rundherum  Wer die Umgebung in sein Bild mit einbezieht oder eine ungewöhnliche Perspektive wählt, hat ebenfalls schon etwas für sein Bild getan. Ein Vorder- oder Hintergrund oder eine „Umrahmung“, die für ein Rennen oder eine Sportart charakteristisch (oder auch ungewöhnlich) sind, machen meist ein besseres Bild als es ein einsamer, formatfüllender Sportler darstellen würde. Prislan empfiehlt Hobbyfotografen auch, möglichst experimentierfreudig zu sein. Die Kamera zwischendurch schräg halten? Warum nicht – „aber dann richtig­ und nicht bloß so wenig, dass es nach ungewollter Schieflage aussieht.“

    4. Die richtige Perspektive  Noch ein einfacher, aber wichtiger Tipp zum Thema Experimentieren: „Geht beim Fotografieren möglichst oft in die Knie! Die Perspektive von unten schaut bei Sportaufnahmen meist spektakulärer aus als die auf Augenhöhe.“ Wer richtig tief abtaucht, kann Menschen sogar vor dem Himmel „freistellen“. Ein bunt gekleideter Sportler, der vor einer ebenso bunten Menschenmenge untergeht, ist ein häufiger Fauxpas von Fotoanfängern. Dieses „Verschwinden in der Menge“ vermeidet man auch mit einer geringen Tiefenschärfe, die den Sportler scharf, den Vorder- und Hintergrund aber verschwommen abbildet – doch dafür braucht man schon Kameras, die dieses Spiel beherrschen (mehr dazu weiter unten).

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