"Grande Nation" nach WM ganz klein!

Das blamable vorzeitige Ausscheiden des Nationalteams bei der WM in Südafrika hat die "Grande Nation" in Krisenstimmung versetzt. Französische Fans und Medien zeigten sich erzürnt über das missratene Auftreten auf und außerhalb des Platzes. Stammkapitän Thierry Henry wird sogar auf eigenes Verlangen dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy Rede und Antwort stehen.

Der Rekordtorjäger verließ die Delegation des Verbandes nach der 1:2-Niederlage gegen Südafrika vorzeitig.

Henry sei allein mit einer Privatmaschine nach Johannesburg geflogen, berichteten verschiedene Medien.

Dort soll der Stürmer dem Staatschef am Donnerstag in einem einstündigen Gespräch die Gründe für das Scheitern erläutern.

Erklärungsbedarf haben die "Bleus" auch gegenüber der französischen Öffentlichkeit.

"Der Alptraum ist endlich vorbei", "Danke und auf Wiedersehen" oder "Und noch einmal Bravo! Die Tragikomödie hat endlich ein Ende", schrieben die Blätter in der Heimat am Mittwoch. "Vollkommen unwürdig, beschämend und empörend" sowie "unausstehlich" lauteten andere Kommentare nach der Niederlage gegen Südafrika.

Vorausgegangen war der Blamage gegen Südafrika eine beispiellose Serie von Skandalen. Zum Abschluss sorgte auch Coach Raymond Domenech noch einmal für einen Eklat. Der 58-Jährige verweigerte "Bafana Bafana"-Teamchef Carlos Alberto Parreira den Handschlag.

Für die Spieler konnte der schon vor der Wm feststehende Abgang des ungeliebten Teamchefs offenbar nicht früh genug kommen. Eric Abidal sah sich sogar außerstande, gegen Südafrika einzulaufen, und der auf die Ersatzbank degradierte Evra kündigte eine Generalabrechnung an. "Ich verspreche, dass ich die Wahrheit über jede Minute erzählen werde, die ich erlebt habe", betonte der Linksverteidiger von Manchester United.

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